Für eine intakte Natur

​Waldrand- und Heckenpflege

Die ersten regulären Hegetage im Jahr finden bereits Anfang Februar statt. Waldränder und Hecken werden „gepflegt“, wobei sie von wuchernden Schling- und Rankpflanzen befreit  und zurückgeschnitten werden. Erst wenn  wieder mehr Licht zum Waldboden vordringt, haben Pflanzensamen eine Chance zu keimen; die Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für Wildtiere steigt. Die geschnittenen Äste werden zu mehreren Haufen zusammengetragen. Diese dienen verschiedensten Kleintieren wie Igeln, Hasen oder Marder aber auch Amphibien als Unterschlupf. Wichtige Hecken werden ca. alle drei Jahre gepflegt, damit die Verwucherung nicht zu stark überhand nimmt und sich der Wald stetig verjüngen kann.

Einsammeln der Strassenverblendungen und Wildruhezonentafeln

Ab Mitte April werden die im Herbst aufgestellten Strassenverblendungen und Wildruhezonentafeln wieder eingesammelt.

Sektionshegetag

Der Sektionshegetag findet jeweils im April/Mai statt und ist DER jährliche Hegeanlass der Sektion Chur. Erfahrungsgemäss nehmen daran bis zu 30 Jäger/-innen (und Kandidaten) teil. In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung der Stadt Chur werden Waldrand und Hecken gepflegt, Wildschutzzäune errichtet oder abgebrochen, Eiben gepflanzt sowie Einzelschütze (Weisstannen) errichtet. Nebst der hegerischen Tätigkeit ist der Sektionshegetag ein sozialer Anlass zum gemütlichen Beisammensein und Austausch.

Rehkitzrettung

Ende April werden alle Landwirte, welche auf Churer Gemeindegebiet Boden bewirtschaften/mähen, durch den Hegeobmann der Sektion angeschrieben und auf die jährliche "Rehkitzrettung" aufmerksam gemacht. Die Zusammenarbeit mit den Landwirten funktioniert grundsätzlich sehr gut. Der Hegeobmann wird 1-2 Tage vor dem Mähen einer Wiese informiert, so dass am Abend zuvor Lampen auf der Wiese aufgestellt werden können ("verblenden"). Die Rehgeiss wird aufgrund der Störung ihre Kitze in der Nacht aus der Wiese holen, bevor sie Opfer der Mähmaschine werden. Seit 2019 sind zudem Wärmebilddrohnen im Einsatz, mit welchen ausgebildete Mitglieder der Jägersektionen die betroffenen Wiesen frühmorgens abfliegen und Rehkitze aus der Wiese holen können.

Mähen von brachliegenden Wiesen

Brachliegende Wiesen werden je nach Höhenlage im April / Mai geräumt und von Steinen, Ästen, Laub befreit. Durch das Mähen dieser (Mager)-wiesen, welche weder vom Vieh abgefressen noch von Bauern genutzt werden, wird das Einwalden und Verwachsen dieser besonders im Winter für das Wild wertvollen Äsungsflächen verhindert. Der tendenziellen Zunahme des Waldanteils wird mit dieser Hegearbeit entgegen gewirkt.

Aufstellen der Strassenverblendungen und Wildruhezonentafeln

Alleine in Graubünden kommt es jährlich in den Monaten Oktober - März zu rund 700 Unfällen mit Wildtieren, meisten mit Hirschen und Rehen. Im Spätherbst, insbesondere kurz vor der Zeitumstellung, werden daher durch die Sektionen auf den jeweils stark befahrenen Hauptstrassen in Wiesen- und Waldesnähe mobile Wildwarnanlagen aufgestellt. Dank dieser Anlagen konnte die Zahl der Unfälle um gut 30 % gesenkt werden.

Die elektronischen Wildwarnanlagen sind mit Passiv-Infrarotsensoren ausgerüstet und erfassen durch die Messung von Temperaturunterschieden in ihrem Umfeld Tiere ab der Grösse eines Fuchses. Das Steuerungssignal auf der Strasse aktiviert daraufhin ein Warnsignal, das den Autofahrer anhält, die Geschwindigkeit zu drosseln.

Nebst diesen sind auch akustische Wildwarnanlagen im Einsatz, welche mithilfe der integrierten Lichtsensoren das Scheinwerferlicht der herannahneden Fahrzeuge erfassen. Dieses löst einen hochfrequenten Pfeifton aus, der das Wild vertreiben soll.

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In den ausgeschiedenen Waldgebieten werden zudem Wildruhezonentafel aufgestellt und die Zonen entsprechend gekennzeichnet bzw. abgesperrt. Die  Tafeln werden jeweils vor Beginn der Geltungszeit rund um die Wildruhezonen montiert. Die Zutrittsbeschränkung gilt i.d.R. vom 1. Januar - 15. April. Die 3 Tafeln an den Standorten Hans-Fischer-Parkplatz, Foral und Rosenhügel sind fix während des ganzen Jahres aufgestellt und dienen zudem zur Information über Hege und Wild.

 

Notfütterungen

Während der Winterzeit wird es für die Sektion etwas ruhiger. Einzig wenn Notfütterungen erforderlich sind, werden hierfür in den festgelegten Gebieten Mitglieder aufgeboten.

Die Jägersektion ist fast das ganze Jahr über hegerisch im Einsatz. Mit der Hegetätigkeit werden wichtige Lebensräume für heimische Wild-, Vogel- und Amphibienarten gesichert, beruhigt und unterhalten (Biotophege). Unter Hegemassnahmen versteht man insbesondere die Pflege von Waldrändern, Hecken, Brut- und Äsungsgehölzen. Dies soll eine optimale Entwicklung und Verbreitung von Fauna und Flora ermöglichen.

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